29.03.2017 Transparent – konsequent – verständlich: Pro Zentralklinik - Trägergesellschaft im Dialog mit den Bürgern

Dialog mit den Bürgern steht für Trägergesellschaft Pro Zentralklinikum im Mittelpunkt – Start nach den Osterferien – Rückwärtsgewandte Diskussion wird dem wichtigen Zukunftsthema „Gesundheit der Menschen in der Region“ in keinster Weise gerecht – Bevölkerung profitiert maßgeblich vom Zentralklinikum – Bredehorst muss nun endlich zu den Akten gelegt werden

Aus dem Rückblick muss ein Zukunftsblick werden
In der nun seit 2013 andauernden Diskussion um die Pläne der Zentralklinik spielt der Rückblick auf die Vergangenheit und mögliche Versäumnisse in der Informationspolitik immer wieder eine wichtige Rolle. Diese rückwärtsgewandte Diskussion, die sich dann auch noch oftmals an den handelnden Personen und nicht an der Sachfrage orientiert, verstellt den Blick auf das Wesentliche: Die Gesundheitsversorgungen der Bevölkerung und unserer Patienten in der Zukunft und nicht nur in den nächsten 6/7 Jahren, sondern in den nächsten 15/20 Jahren! Es geht um die Frage: Wie können wir gemeinsam die bestmögliche wohnortnahe Gesundheitsversorgung für unsere Patienten sicherstellen? Und genau darüber sollten sich die Bürgerinnen und Bürger im Klaren sein, wenn sie am 11. Juni ihr Kreuz machen. Gelingt das mit dem Erhalt der drei Standorte? NEIN – lautet die klare Antwort von Ärzten, Pflegepersonal, Betriebsräten, Sozialministerium, Krankenkassen, Geschäftsführung, Politik und inzwischen vielen weiteren gesellschaftlichen Organisationen. „Wir sollten alle gemeinsam die große Chance nutzen, um gemeinsam in zukunftsfähigen Strukturen zu denken, zu planen und zu handeln – auch für die nachwachsenden Generationen“, sagt Claus Eppmann, Sprecher der Geschäftsführung der Trägergesellschaft Zentralklinikum. Damit verbunden ist auch die Aufgabe von Vertrautem, das allerdings nicht zukunftsfähig ist.

Im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern
Demokratie ist eng verbunden mit Information. Demokratie zeichnet sich aber auch durch Fairness und respektvollen Umgang aus. Die Trägergesellschaft nimmt diese Verantwortung an und wird die Wochen bis zum Bürgerentscheid intensiv dafür nutzen, um weiter mit den Bürgerinnen und Bürgern transparent, konsequent und verständlich in den Dialog zu treten. Geplant sind zirka 40 Veranstaltungen unter dem Motto „Pro Zentralklinik – im Dialog mit den Bürgern“ auf Marktplätzen, in Fußgängerzonen, in Veranstaltungsräumen. Es wird Informationen über verschiedene Kanäle wie beispielsweise Zeitung, Radio, Internet oder Facebook geben.
Inhaltlich im Mittelpunkt steht dabei der Blick auf die Patienten. „Wir werden den Mehrwert, den unsere Patienten von der Zentralklinik zu erwarten haben, noch stärker in das Blickfeld rücken“, betont der Geschäftsführer. Fachärztemangel und Mindestmengen haben unmittelbare Auswirkungen auf die Patienten und das lässt sich auf eine einfache Formel bringen: Keine Ärzte – keine Behandlung – keine Pflegekräfte – keine Versorgung. Aber die Antworten liegen nicht in einfachen Formeln wie „Dann bildet doch einfach mehr Ärzte aus“. Das zeigt ein Blick auf die heutige Situation an den drei Klinikstandorten. Die Kliniken geben Millionenbeträge für Honorarärzte aus und in Aurich und Norden haben 50 von 170 Ärzten ausländische Herkunft, in Emden liegt die Zahl bei 33 von 135. Damit liegt der prozentuale Anteil an Ärzten mit Migrationshintergrund zwischen 25 und 30 Prozent. Bundesweit liegt diese Zahl bei 10 Prozent. Ohne sie wäre der Klinikbetrieb heute gar nicht mehr aufrechtzuerhalten. „Das sind Fakten, die wir im Blick haben müssen. Wir können die medizinische Versorgung in Ostfriesland nicht dauerhaft auf die zweifelhafte Hoffnung aufbauen, dass uns Ärzte aus Kriegsgebieten unterstützen. Das wäre fahrlässig“, so Eppmann.
Dabei wird es darum gehen zu sagen, was geht und was nicht geht. „Es wird aber auch darum gehen, den Bürgerinnen und Bürgern konsequent vor Augen zu führen, welche Szenarien sich bei einer Ablehnung der Zentralklinik konkret ergeben – zumindest aus Sicht der Geschäftsführung“, so Claus Eppmann. Es ist die absolute Verantwortung der Geschäftsführung, sich mit diesen Szenarien zu beschäftigen, und das hat sie in den vergangenen Monaten getan. Am 27. April findet die konstituierende Sitzung des Aufsichtsrates der Trägergesellschaft statt. Dann werden diese Szenarien dem Aufsichtsrat vorgestellt.

Organzentren bringen klare Vorteile für Patienten
Mit der Zentralklinik verbessert sich das medizinische Angebot gegenüber der heutigen Situation für die Patienten in den drei Kliniken und – ein weiterer wichtiger Faktor - die bereits heute bestehenden Angebote werden gesichert, verstärkt und ausgebaut. „Das Aktionsbündnis für den Erhalt der Klinikstandorte behauptet fälschlicherweise immer wieder, dass die Menschen in der Zentralklinik lediglich weiter das Angebot einer sogenannten Grund- und Regelversorgung erhalten. Das ist schlichtweg falsch“, sagt Dr. Hendrik Faust, Ärztlicher Direktor des Klinikums Emden. In der Zentralklinik gibt es nicht nur die Abteilungen und Leistungsspektren, die üblicherweise zu einem Krankenhaus der sogenannten Grund- und Regelversorgung gehören. Es sind darüber hinaus 10 spezialisierte Zentren geplant, davon gibt es bislang auf zwei Häuser verteilt 4 (Frühgeborenenzentrum Level 2, Schlaganfallstation (Stroke Unit) - aber kein übergreifendes Gefäßzentrum, Endoprothetikzentrum, Regionales Traumazentrum). In der Zentralklinik sind geplant: Darmzentrum, Brustzentrum, Lungenzentrum, Gefäßzentrum, Regionales Traumazentrum, Geriatrisches Zentrum, Endoprothetikzentrum, Brustschmerzzentrum, Stroke Unit (Neurologische Intensivmedizin), Frühgeborenenzentrum Level II.
Zwei Beispiele verdeutlichen die fachübergreifende Zusammenarbeit. So gehört zu einem Darmzentrum Bauchirurgie, Magen-Darm-Internist, Tumormedizin, Psychologie, Pathologie, Radiologie). Zu einem Zentrum für Altersmedizin gehören Unfallchirurgie/Orthopädie genau so wie der Altersmediziner der Inneren Abteilung, Geronto-Psychiater, Physiotherapeuten, Logopäden und Ergotherapeuten. Die Vorteile für die Patienten: Ganzheitliche Betrachtung, bessere Behandlungsergebnisse, bessere Arzt- und Pflegeversorgung, weil solche Zentren für Ärzte interessanter sind. „Diese positiven Effekte für die Patienten sind in dieser Breite nur in einer Zentralklinik zu erzielen, darum sage ich ganz klar „Nein“ zum Erhalt der drei Standorte“, macht Dr. Egbert Held, Ärztlicher Direktor der UEK, deutlich.

Bredehorst-Gutachten kein langfristiger Plan
Immer wieder fällt in der Diskussion der Name Bredehorst – ein Gutachten, das alles retten soll. „Diese Einschätzung ist komplett falsch“, sagt Claus Eppman. Festzustellen ist, dass weit über die Hälfte der vorgeschlagenen Maßnahmen aus dem Bredehorst-Gutachten umgesetzt sind. Beispiele dafür sind: Optimierung Einkauf, Herzkatheterlabor, Qualimix in der Pflege, Geriatrie Aurich, Abrechnungsoptimierung. Andere Vorschläge gingen schlichtweg von falschen Grundvoraussetzungen aus. Ein Beispiel ist die Idee für ein neues Catering für die Küche in Aurich und Norden zur Kosteneinsparung durch nicht tarifgebundene Gehälter. Das Problem ist jedoch: Der bestehende Vertrag läuft bis 2021. Andere Vorschläge ließen sich nicht zuletzt auch wegen des großen Widerstandes einiger heute im Aktionsbündnis für den Klinikerhalt organisierten Vertreter nicht realisieren. Beispiele hier sind die Schließung der Intensivabteilung in Norden inklusive OP-Bereitschaft.
Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass das Bredehorst-Gutachten eine rein wirtschaftliche Betrachtung über einen Zeitraum von fünf Jahren war. Die Veränderungen in den medizinischen Rahmenbedingungen blieben vollkommen unberücksichtigt. Das bestätigt im Übrigen auch Philipp Wenning von der Firma Bredehorst bereits am 20.4.2015 in einem Interview mit den ON: Auch er empfiehlt dort die Zentralklinik „uneingeschränkt“ und bezeichnet sie als „alternativlos“.