Qualitätsstandards

  • Mindestmengen zur Vielfalts- und Qualitätssicherung
  • Zertifizierte Zentren - überprüfte Leistungen für die Patienten, aber auch für die Weiterbildung der Äzte

Gesetzeslage

Das "Gesetz zur Reform der Strukturen der Krankenhausversorgung"  ist am 1. Januar 2016 in Kraft getreten. Mit dem KHSG will die Bundesregierung insbesondere den Aspekt Qualität als weiteres maßgebliches Kriterium in der  Krankenhausplanung verankern. Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hat die Aufgabe, Qualitätsindikatoren zur Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität zu entwickeln, die sich als Kriterien und Grundlage für Planungsentscheidungen der Länder eignen. Das neu gegründete Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTiG) erarbeitet entsprechende Vorschläge. Kliniken, die die Qualitätsvorgaben des GBA dauerhaft nicht einhalten, müssen damit rechnen, aus dem Krankenhausplan des Landes zu fallen. Zu solchen Qualitätsvorgaben gehören beispielsweise die genaue Festlegung von Mindestmengen sowie die Erarbeitung von Kriterien zur Bewertung von Zertifikaten und Qualitätssiegeln.


Mindestmengen

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat im Zusammenhang mit der Qualitätssicherung bei zugelassenen Krankenhäusern den gesetzlichen Auftrag, einen Katalog planbarer Leistungen zu beschließen, bei denen die Qualität des Behandlungsergebnisses in besonderem Maße von der Menge der erbrachten Leistung abhängig ist. Zudem soll auch die konkrete Mindestbehandlungsfallzahl festgelegt werden. Ist der Beschluss des GBA rechtskräftig, muss ein Krankenhaus die betreffende Leistung mindestens in dem festgeschriebenen Umfang (Mindestmenge) erbringen. In dem aktuellen Katalog, der im Rahmen des KHSG noch erweitert werden soll, liegt beispielsweise die Mindestmenge pro Jahr für eine Totalendoprothese des Kniegelenks bei 50. Erreicht ein Krankenhaus diese Fallzahlen nicht, darf es diese Eingriffe nicht mehr anbieten.


Zentrenbildung: Qualität und Ausbildungsgrundlage

Die medizinischen Fachbereiche werden aufgefordert sich zertifizieren zu lassen, damit die medizinische Qualität objektivierbar wird (z. B. Brust-, Darm-, Endoprothesenzentrum). Dabei spaltet sich z. B. die Chirurgie in sieben Hauptgruppen auf, wobei sich die Allgemein- und Viszeralchirurgie (operative Behandlung der Bauchorgane von der Speiseröhre bis zum Enddarm) in weitere zwölf Untergruppen aufteilt. Aber nicht nur für die Patienten bieten spezialisierte Zentren viele Vorteile und höchste Versorgungsqualität, sondern sie spielen auch eine große Rolle in der Aus- und Weiterbildung des ärztlichen Nachwuchses. Als Beispiel sei erneut die Viszeralchirurgie genannt: Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse und viele andere Fälle können nur noch in speziellen Zentren behandelt werden, diese Operationen gehören aber zur Ausbildung eines Viszeralchirurgen. An den bestehenden Klinikstandorten unserer Region ist die Ausbildung zum speziellen Viszeralchirurgen zurzeit nicht komplett möglich. Ähnliches gilt auch für andere Fachgruppen.